Sachbezug statt Frühstückskürzung

Wissen Sie, dass Sie die Wahl haben zwischen Sachbezugswert und Frühstückskürzung?

Der folgende Beitrag fasst die wichtigsten Infos für Sie zusammen und gibt Ihnen einen konkreten Handlungstipp!
Bekommt der Arbeitnehmer auf seiner Geschäftsreise ein Frühstück vom Arbeitgeber gewährt, sieht der Gesetzgeber zwei Möglichkeiten vor: Das Ansetzen des Sachbezugswertes oder die Kürzung um 20%.

Wann können Sie den Sachbezugswert ansetzen oder die Kürzung vornehmen?

Der Sachbezugswert oder die Kürzung können angesetzt werden, wenn ein Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber das Frühstück innerhalb einer Übernachtung auf einer Geschäftsreise gewährt bekommt.
Vorrausetzungen dafür sind lediglich:

  • die Aufwendungen werden vom Arbeitgeber dienst- oder arbeitsrechtlich ersetzt
  • die Rechnung ist auf den Arbeitgeber ausgestellt

Der Sachbezug für das Frühstück beträgt derzeit 1,57 €. Die Frühstückskürzung dagegen beläuft sich auf 20% des für den Unterkunftsort maßgebenden Pauschbetrags für Verpflegungsmehraufwendungen bei einer Auswärtstätigkeit mit einer Abwesenheitsdauer von mindestens 24 Stunden. In Deutschland sind das 4,80 €.

Sie können als Unternehmen selbst entscheiden, ob Sie den Sachbezug oder die Kürzung wählen. Dies gilt sowohl für Übernachtungen im Inland, als auch im Ausland.

Tipp:
Setzen Sie die Sachbezüge an, statt die Kürzung vorzunehmen. Es werden so nur 1,57 € statt 4,80 € angesetzt. Für Ihre Mitarbeiter bedeutet dies einen geringeren Abzug.
Zudem ist es weitaus einfacher und für das Unternehmen günstiger, wenn es von der Reisekostenerstattung die Sachbezüge in voller Höhe abzieht, statt dass der Mitarbeiter den geldwerten Vorteil zum persönlichen Lohnsteuersatz versteuert.
Merken Sie sich zusätzlich:
Liegt das Frühstück über 40,- € müssen Sie dieses voll lohnversteuern oder zahlen es gar nicht erst aus.

R. 8.1. Abs. 8 Nr. 2 LStR
R 9.6. LStR
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Anzeigen von 2 Kommentaren
  • Hans Lochner
    Antworten

    Wir haben beim Abzug des Frühstücks (20%-Regelung) immer wieder Diskussionen, wenn die Mitarbeiter dieses nicht eingenommen haben (z.B. aus terminlichen Gründen), die Übernachtungsrate im Ausland die Kosten aber mit beinhaltet (“incl. breakfast”) oder wenn im Inland die Kürzung der Rechnung um das Frühstück auch nicht möglich war, weil es ein “Paketpreis” war.
    MUSS die Verpfegungspauschale gekürzt werden oder nicht? Zugewandt wurde das Frühstück in dem Falle ja nicht, aber die Kosten mussten wir trotzdem tragen.

    Vielen Dank und beste Grüße
    Hans Lochner

    • Cornelia Meier
      Antworten

      Hallo Hans,

      die Frühstückskürzung muss in beiden Fällen angesetzt werden.
      Ist die Hotelrechnung im Ausland inkl. Frühstück oder ist im Inland das Frühstück in einem Business-Package enthalten, so sind 20% der Verpflegungspauschale zu kürzen.

      Ausnahme: Wenn Ihr Mitarbeiter wirklich aus dienstlichen Gründen das Frühstück nicht einnehmen konnten, beispielsweise bereits um 06:30 einen geschäftlichen Termin hat,
      und das Hotel erst ab 07:00 Frühstück anbietet, dann muss Ihr Mitarbeiter nicht kürzen. Verschläft er aber oder verpasst das Frühstück aus sonstigen Gründen, gilt diese Ausnahmen nicht.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

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