Rekordzahlen bei Ausgaben für Geschäftsreisen

Millionen deutscher Geschäftsreisender sind mindestens einmal im Jahr dienstlich unterwegs. Die Rekordzahlen steigen die Reisebedingungen werden in vielen Hinsichten aber nicht besser. Die Reiseausgaben der deutschen Unternehmen sind so hoch wie noch nie zuvor. Laut der VDR-Geschäftsanalyse 2019 ist der Rekord aus dem Vorjahr mit aktuell 53,5 Milliarden Euro im Jahr um eine Milliarde überschritten worden. Unterwegs waren im Jahr 2018 insgesamt 12 Millionen Dienstreisende mit fast 190 Millionen Geschäftsreisen. Ein Reisetag kostet dabei die Unternehmen mittlerweile 162 Euro im Durchschnitt. Das Ergebnis der letzten zehn Jahre zeigt zusätzlich, dass Ausgaben für dienstliche Auswärtstätigkeiten um mehr als 30 Prozent gestiegen sind. 

Es wird nicht einfacher

Auch der gesamte Aufwand mit Vorbereitung und Durchführung der Geschäftsreisen nimmt wesentlich zu. Unternehmen, aber auch Reisende selbst sind mit Schwierigkeiten konfrontiert. VDR-Präsidiumsmitglied Oliver Meinicke, der für die Marktforschung verantwortlich ist, äußert sich zu der aktuellen Situation in Deutschland: „Geschäftsreisen haben einen immensen Wert für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Umso wichtiger ist es, Reisehemmnisse wie marode Verkehrsinfrastruktur, unnötige Bürokratie sowie fehlende Effizienz und Verlässlichkeit von Verkehrsmitteln anzupacken und abzubauen.“

Viele reisen intern und kurz

Die meisten Geschäftsreisen führen zu Kunden, Messen, Lieferanten oder Ausstellungen. Trotzdem zählen unternehmensinterne Meetings und Fortbildungen zu 37 Prozent aller Dienstreisen. Und was bedeutet das? Dass der heutige Fortschritt der webbasierten Kommunikation unter anderem auch dazu führt, die eine oder andere intern bedingte Reise zu streichen.

Außerdem kehren Geschäftsreisende kleinerer und mittlerer Unternehmen immer öfter noch am selben Tag nach Hause. Über zwei Drittel ihrer Reisen kamen im Jahr 2018 ohne Übernachtung aus. Die gute inländische Geschäftslage trägt dazu bei, dass mittlerweile 90 Prozent der Geschäftsreisen von kleineren und mittleren Betrieben in Deutschland stattfinden. Allerdings betrugen sie durchschnittlich nur noch 1,6 Tage. Ähnlich wie im Vorjahr, waren diejenigen, die ins Ausland reisten, tendenziell länger unterwegs.

Übernachtungen bleiben weiterhin stabil

Die gute Nachricht ist, dass die Anzahl der Übernachtungen 2018 im In- und Ausland unverändert bei 72,5 Millionen blieb, wobei 75 Prozent dieser Ausgaben dem Inland zugutekamen. Den stabilen Beherbergungsbereich unterstützen vor allem Betriebe mit zehn und mehr Mitarbeitern.

Das sind die größten Hindernisse

EU-Meldepflicht und A1-Bescheinigung stellen derzeit für 81 Prozent der größeren Unternehmen die deutlichste bürokratische Beeinträchtigung in Bezug zum Reisemanagement dar. Diverse organisatorische Probleme sowie hohe Prozess- und Umsatzkosten beeinflussen die Planung bis zur Abschaffung mancher Reiseziele. „Wir benötigen hier dringend Vereinfachungen durch die Politik“, sagt Meinicke.

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