Reisekostenreform: Wird es bei eintägigen Reisen nur noch eine Pauschale ab 10 Stunden Abwesenheit geben?

Im Dezember letzten Jahres hat das Bundesfinanzministerium (BMF) den “Bericht zu Reformansätzen und Vereinfachungs-möglichkeiten im Bereich des steuerlichen Reisekostenrechts des BMF-Projekts „ReiKoRef“ vorgelegt. Die Reform soll aus Sicht der Finanzverwaltung das Reisekosten-recht vereinfachen. Die Spitzenverbände haben im Februar dazu eine gemeinsame Bewertung zu den vorgeschlagenen Modellen des Bundesfinanzministeriums abgegeben (8er-Eingabe vom 24. Februar 2012).

Laut dmm.travel zeichnen sich nun erste konkrete Ausgestaltungen ab.

Nur noch eine Pauschale bei eintägigen Reisen

Bei eintägigen Reisen im Inland soll zukünftig erst bei einer Abwesenheitsdauer von 10 Stunden  ein Pauschbetrag von 9 € steuerfrei vom Arbeitgeber gezahlt werden können. Die Staffelungen bei einer Abwesenheit von 8 Stunden (6 €), 14 Stunden (12 €) und 24 Stunden (24 €) sollen bei eintägigen Reisen entfallen.

Damit werden die Reisenden deutlich schlechter gestellt: Bei allen Reisen mit einer Abwesenheit von 8-10 Stunden gehen die Arbeitnehmer damit leer aus. Bei Reisen mit einer Abwesenheit von mindestens 14 Stunden sollen statt 12 € nun nur noch 9 € erstattet werden. Lediglich bei Reisen mit einer Abwesenheitsdauer von 10-14 Stunden, würden die Arbeitnehmer statt 6 € nun 9 € erhalten und wären damit besser gestellt.

Fraglich ist noch, ob diese Regelungen auch für die An-und Abfahrtstage bei mehrtätigen Reisen gelten, davon berichtet dmm.travel leider nichts.

Denn laut BMF Bericht soll dies auch für mehrtägige Reisen gelten. Es soll dann keine 3-stufige Unterteilung bei den Verpflegungspauschalen mehr geben, sondern nur noch eine 2-stufige Unterteilung ab 10 Stunden Abwesenheitsdauer (An-und Abfahrtstage) und 24 Stunden Abwesenheitsdauer (Zwischentage).
Da es jedoch seitens der Wirtschaft viel Kritik gibt, bleibt spannend, ob sich an der Höhe oder der Abwesenheitsdauer der neuen Pauschale nicht doch noch etwas ändern wird oder sogar alles beim Alten bleibt.

Änderungen bei der “regelmäßigen Arbeitsstätte”

Der Begriff „regelmäßige Arbeitsstätte“ soll durch den Begriff der „ersten Tätigkeitsstätte“ ersetzt werden.

Das BMF sieht vor, dass die Fahrtkosten zur “ersten Tätigkeitsstätte” zukünftig nicht steuerfrei vom Arbeitgeber ersetzt werden können.

Bei weiteren Tätigkeitsstätten gelten dann die Lohnsteuerrichtlinien und die Fahrten können als Reisekosten abgerechnet werden. Für jeden tatsächlich gefahrenen Kilometer – somit für die Hin- und Rückfahrt zu den Arbeitsstätten – können 30 Cent pro Kilometer angesetzt werden.

Damit würde das BMF nun endlich den Urteilen vom Bundesfinanzhof nachkommen (Urteil Az. VI R 55/10 , Urteil Az. VI R 36/10 , Urteil Az. VI R 58/09 ).

Weitere konkret vorgesehene Regelungen sind laut dmm.travel bisher noch nicht bekannt.

Weitere Informationen:
dmm.travel 
Bericht BMF-Projekt „ReiKoRef”
8er Eingabe Bewertung BMF Bericht

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