Reisekostenreform: Gesetzentwurf zur Vereinfachung des Reisekostenrechts liegt vor

    Reisekostenreform: Gesetzentwurf zur Vereinfachung des Reisekostenrechts liegt vor

    Im Juni erst haben wir über Änderungen durch die geplante Reisekostenreform berichtet.
    Nun ist kürzlich der “Entwurf eines Gesetzes zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts” bekannt geworden. Das Gesetzes-Verfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Änderungen sollen ab 2014 gelten.

    Wir haben Ihnen die wichtigsten geplanten Änderungen kurz zusammengefasst.

    Nur noch zwei Pauschalen bei den Verpflegungsmehraufwendungen

    Bei eintägigen Dienstreisen im Inland soll es zukünftig nur noch einen Pauschbetrag ab einer Abwesenheitsdauer von 8 Stunden geben. Dabei würde eine Pauschale von 12 € gewährt. Die bisherige Aufteilung in zwei Staffelungen von 6 € ab 8 Stunden Abwesenheit und 12 € ab 14 Stunden Abwesenheit entfällt dann.

    Bei mehrtägigen Dienstreisen im Inland soll am An- und Abreisetag ebenfalls eine einheitliche Pauschale von 12 € ohne Prüfung einer Mindestabwesenheitszeit gelten. Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden wäre weiterhin die Pauschale von 24 € maßgebend.

    Änderungen bei der regelmäßigen Arbeitsstätte

    Der Begriff „regelmäßige Arbeitsstätte“ soll durch den Begriff der „ersten Tätigkeitsstätte“ ersetzt werden.

    Es soll nur noch eine Tätigkeitsstätte je Dienstverhältnis gelten, deren Bestimmung durch den Arbeitgeber oder anhand von „quantitativen Elementen“ (wie z.B Umfang der zu leistenden arbeitsvertraglichen Arbeitszeit oder arbeitstägliches Aufsuchen), statt der vom Bundesfinanzhof verwendeten „qualitativen Elemente“ erfolgt.

    Das erleichtert die Abgrenzung und Regelung des Werbungskostenabzugs als auch der Dienstwagenbesteuerung.

    Die Bestimmung der ersten Tätigkeitsstätte richtet sich weitgehend nach den bereits heute praktizierten Regelungen aus dem BMF-Schreiben vom 15.12.2011, IV C 5 – S 2353/11/10010 (BStBl 2012 I S. 57).

    Bewertung der Mahlzeiten ändert sich

    Mahlzeiten mit einem Preis bis zu 60 € (bisher 40 €) sollen mit dem Sachbezugswert erfasst werden. Derzeit liegt dieser bei 1,57 € für das Frühstück bzw. 2,87 € für Mittag-/ Abendessen.

    Die mit dem Sachbezugswert bewerteten Mahlzeiten werden dann nicht besteuert, wenn dem Arbeitnehmer für die auswärtige Tätigkeit eine Verpflegungspauschale zustehen würde.

    Steht dem Arbeitnehmer für die Auswärtstätigkeit keine Verpflegungspauschale zu, können die mit dem Sachbezugswert bewerteten Mahlzeiten vom Arbeitgeber vereinfacht mit 25% pauschal besteuert werden. (z.B. bei einer Abwesenheit von weniger als 8 Stunden)

    Der Arbeitnehmer kann den Werbungskostenabzug (Verpflegungspauschale) nur noch für die von ihm bezahlten Mahlzeiten geltend machen.

    Weitere Änderungen im Reisekostenrecht

    Zukünftig können die tatsächlichen Kosten bei einer doppelten Haushaltsführung bis zu einem Höchstbetrag von 1.000 € im Monat vom Arbeitnehmer angesetzt werden.

    Zudem sollen die Auslandspauschalen angeglichen werden.

    Lesen Sie hier mehr:
    Bundesfinanzministerium: Darstellung der wichtigsten Vereinfachungen und Regelungen 29.08.2012
    Pressemitteilung Bundesfinanzministerium vom 19.09.2012
    Entwurf eines Gesetzes zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts 25.09.2012

    Was meinen Sie zu den geplanten Änderungen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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