Neue Verpflegungspauschalen für 2014 – Reisekostenreform tritt in Kraft

Am 12. Dezember 2012 hat bereits der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat eine Einigung zur Reisekostenreform erzielt. Am 17. Januar 2013 hat dann der Bundestag seine Zustimmung erteilt. Nach einem längeren Entscheidungsprozess hat nun am 01. Februar 2013 auch der Bundesrat dem “Gesetz zur Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts” zugestimmt.

Die Reisekostenreform tritt damit zum 01.01.2014 in Kraft.

Die wichtigsten Änderungen haben wir Ihnen leicht verständlich in diesem Beitrag zusammen gefasst.

Bereiten Sie sich auf folgende Neuerungen bei Ihren Reisekostenabrechnungen ab 2014 vor:

  • Nur noch zwei Verpflegungspauschalen
  • Nur noch eine “erste Tätigkeitsstätte”
  • Änderungen bei den Unterkunftskosten und der doppelten Haushaltsführung

Neuerung 1 – Nur noch zwei Verpflegungspauschalen bei Ihren Reisekostenabrechnungen

  • Bei einer Abwesenheit von mindestens 8 Stunden erhalten Arbeitnehmer zukünftig eine Pauschale von 12 €.
  • Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden erhalten Arbeitnehmer zukünftig eine Pauschale von 24 €.
  • Für An- und Abreisetage bei mehrtägigen Reisen erhalten Arbeitnehmer zukünftig eine Pauschale von 12 € unabhängig von der Abwesenheitsdauer.

Damit gibt es ab 2014 bei Ihren Reisekosten nur noch eine zweistufige Staffelung bei den Pauschbeträgen für Verpflegungsmehraufwendungen.

Ihr Vorteil:
Von der neuen Regelung profitieren nun vor allem die Mitarbeiter, die viele Kurzreisen unternehmen. Diese erhalten dann bereits ab einer Abwesenheit von 8 Stunden die doppelte Pauschale im Vergleich zu 2013.
Auch für An- und Abreisetage erhalten diese dann automatisch die höhere Pauschale von 12 €.

Denken Sie daran, für 2013 gelten noch folgende Beträge:

  • Bei einer Abwesenheit von mindestens 8 Stunden erhalten Arbeitnehmer eine Pauschale von 6 €.
  • Bei einer Abwesenheit von mindestens 14 Stunden erhalten Arbeitnehmer eine Pauschale von 12 €.
  • Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden erhalten Arbeitnehmer eine Pauschale von 24 €.

Neuerung 2 – Nur noch eine “erste Tätigkeitsstätte” bei Ihren Reisekostenabrechnungen

Der Begriff „regelmäßige Arbeitsstätte“ wird durch den Begriff der „ersten Tätigkeitsstätte“ ersetzt. Diese wird vom Arbeitgeber oder vom Finanzamt festgelegt, im Zweifel anhand von quantitativen Kriterien wie der Häufigkeit der Anwesenheit.

Ihr Vorteil:
Damit unterliegt nur die Strecke zum “ersten Tätigkeitsort” der Pendlerpauschale (gefahrene Kilometer – einfache Strecke).
Arbeitnehmer, die an verschiedenen Einsatzorten tätig sind, können die anderen Fahrten dann mit der Kilometerpauschale ansetzen (gefahrene Kilometer – gesamte Strecke).

Die neue “erste Tätigkeitsstätte” hat auch Auswirkung auf die Besteuerung des geldwerten Vorteils des Dienstwagens. Besteuert werden muss dann nur noch die einfache Fahrt zur “ersten Tätigkeitsstätte”. Die anderen Fahrten gelten als Geschäftsfahrten und müssen nicht versteuert werden.

Neuerung 3 – Änderungen bei den Unterkunftskosten und der doppelten Haushaltsführung:

Bei längeren beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten an einer Tätigkeitsstätte, die nicht die erste Tätigkeitsstätte ist, sind die Übernachtungskosten wie Hotelkosten oder Mietkosten vier Jahre (48 Monate) unbeschränkt als Werbungskosten abziehbar. Danach können diese nur noch im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung berücksichtigt werden.

Zukünftig können die tatsächlichen Kosten der Unterkunft bei einer doppelten Haushaltsführung bis zu einem Höchstbetrag von 1.000 € im Monat vom Arbeitnehmer angesetzt werden. Dies gilt unabhängig von der Wohnungsgröße.

Ihr Vorteil:
Ein Nachweis über die ortsüblichen Vergleichsmieten muss nicht mehr erbracht werden.

Ihr Nachteil:
Mieten über diesem Betrag werden nur bis zu 1.000 € berücksichtigt.

Hinweis: Änderungen wird es auch zu den Mahlzeiten geben. Reisekosten.de wird Sie rechtzeitig informieren.

Zustimmung des Bundesrats zur Reisekostenreform

Bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die Neuerungen vor und informieren Sie die Mitarbeiter rechtzeitig. Reisekosten.de hält Sie über alle Neuerungen zu Ihren Reisekostenabrechnungen informiert.

Was meinen Sie zur Reisekostenreform? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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Anzeigen von 20 Kommentaren
  • Thomas Albert
    Antworten

    Hallo,
    Wenn ich am Wochenende arbeiten muss – ebenfalls mind. 8 Std. u. länger – kann man dann einen höheren Verpflegungsmehraufwand geltend machen?
    Mit freundlichen Grüßen
    T. Albert

    • Cornelia Meier
      Antworten

      Hallo T. Albert,

      egal ob Werktag oder Wochenende, die gesetzlichen Verpflegungspauschalen sind immer gleich hoch.
      Sie zählen zu den Reisekosten. Wenn Sie auf Geschäftsreise, einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit sind, können Sie von Ihrem Arbeitgeber Verpflegungsmehraufwand erhalten. Arbeiten Sie in Ihrem Unternehmen (erste Tätigkeitsstätte) oder im Homeoffice gibt es diese Regelung nicht.

      Waren Sie am Wochenende beruflich unterwegs, erkundigen Sie sich in Ihrem Unternehmen, vielleicht haben Sie individuelle Pauschalen in den Reiserichtlinien festgelegt.

      Frohe Ostern
      Cornelia Meier

  • Anja Messerschmidt
    Antworten

    Hallo,

    gibt es einen Unterschied zwischen den Reisekosten 2014 für Arbeitnehmer und Unternehmer? Werden Unternehmer besser behandelt, weil sie mehr Betriebsausgaben geltend machen können? Ich finde keine Regelungen für die Unternehmer ab 2014.

    Vielen Lieben Dank für Ihre Antwort schonmal!

    Anja Messerschmidt

    • Cornelia Meier
      Antworten

      Hallo Anja,

      meiner Meinung nach gibt es bei den anzusetzenden Reisekosten keinen Unterschied zwischen Arbeitnehmern und Unternehmern.
      Richtig ist, dass Arbeitnehmer keine Betriebsausgaben geltend machen können.

      Wenn Sie einen konkreten Fall haben, dann wenden Sie sich am besten direkt an Ihren Steuerberater.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  • Dominik Weiß
    Antworten

    Hallo zusammen.
    Gibt es bei den Reisekosten eine Mindestentfernung vom Wohnort und/oder vom Dienstsitz?
    Mein Arbeitgeber sagt im letzten Jahr ich bekomme die Pauschale nicht weil meine Dienstreise nicht >50 vom Dienstsitz entfernt war. Heute heißt es die Reisekosten werden nicht anerkannt, da die Entfernung von Daheim zur Dienstreise >50km ist.
    Was ist richtig?
    Viele Grüße und schon mal vielen Dank für Antworten.
    Dominik Weiß

    • Cornelia Meier
      Antworten

      Hallo Dominik,

      generell existieren für Dienstreisen keine Vorrausetzung an eine Mindestentfernung.
      Ihr Arbeitgeber kann eine solche Voraussetzung aber in firmeninternen Reiserichtlinien festlegen und die Reiserichtlinie ist dann für Sie verbindlich.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  • Jan Pauly
    Antworten

    Hallo, ich bin in der glücklichen Lage, dass mein Arbeitgeber mir eine erhöhte Pauschale zahlt (statt 12,-€ gut 20,-€) – wenn ich jetzt auf einer Dienstreise ein Mittag und ein Abendessen bezieht, zieht er mir 2 x 9,60€ ab und es bleibt von den 20,-€ fast nichts über. Steuerfrei erstattet er mir aber nur 12,-€, den Rest muss ich versteuern. Ist das korrekt oder müssten nicht nur die 12,-€ vollständig entfallen und ich 8,-€ ausbezahlt bekommen.
    Gruß und Danke im Voraus für eine Antwort
    Pauly

    • Cornelia Meier
      Antworten

      Hallo Pauly

      die Kürzung in Höhe von 19,20 € muss meiner Meinung nach nur von der steuerfreien Verpflegungspauschale, den 12 €, abgezogen werden. Sie sollten also die 8 € von Ihrem Arbeitgeber erstattet bekommen, diese 8 € müssen zu 25% pauschal versteuert werden.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  • Hans-Peter Knoblich
    Antworten

    Hallo alle zusammen die Verpflegungspauschale in Deutschland ist für uns Deutsche einfach nur ein Witz. Alle EU Monteure die nach Deutschland von ihren Firmen aus Frankreich, Holland, Belgien und so weiten nach Deutschland kommen bekommen ca. 50,- Euro am Tag. Die Deutschen Arbeiter werden von ihren Firmen so Richtig Abgezockt.
    Für 24,- Euro am Tag bekomme ich kein Frühstück, Mittagessen und Arbendessen.

    • Hasan Yilmaz
      Antworten

      Hallo Herr Knoblich,

      die Verpflegungspauschale dient nur dazu, dass der Mehraufwand, den man hat, weil man nicht zu Hause isst, ausgeglichen wird. Anstatt also zu Hause zu frühstücken (was ja auch Geld kostet), isst man auswärts. Und diesen Mehraufwand deckt die Verpflegungspauschale. Aber unter uns… Ich finde auch, dass es zu wenig ist :)

      Viele Grüße
      Hasan Yilmaz

  • Schikora, Alexander
    Antworten

    Gilt diese Pauschale dann auch für das Wochenende? Z.B. hab ich ein Projekt angefangen in Stuttgart, wohne in Frankfurt und bleibe auch übers Wochenende in der Projektwohnung in Stuttgart. Darf ich dann trotzdem 24 € pro Tag fürs Wochenende angeben? :)

    • Cornelia Meier
      Antworten

      Hallo,

      wenn Sie bei Ihrem Arbeitgeber eine doppelte Haushaltsführung angemeldet haben, d.h. Ihre Projektwohnung in Stuttgart ebenfalls eine “reisekostenrechtlich zu beachtende Wohnung” (Zweitwohnung) ist, erhalten Sie für die Wochenenden, die Sie in Stuttgart verbringen auch eine Verpflegungspauschale.

      Sobald Sie allerdings Ihre Wohnung in Frankfurt (Hauptwohnung) aufsuchen, endet die Dienstreise und Sie erhalten keine Verpflegungspauschale für den Zeitraum, den Sie in Frankfurt verbringen.

      Der Anspruch auf die Verpflegungspauschale verfällt übrigens nach den ersten drei Monaten einer Reise komplett.

      Wie immer sind die Angaben ohne Gewähr.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  • Jenny
    Antworten

    Ich stolpere gerade über den neuen § 7 I und II LRKG NRW.
    Hier ist von einem Wegfall der 3 Stufen nix zu sehen. Aus 14 Stunden wurden 11 Stunden, aber sonst ändert sich nix.
    Und bei Abs. 2: wenn man unentgeltliche Verpflegung bekommt, dann bekommt man ab 2014 weniger Tagegeld ausbezahlt als vorher.
    Gilt der Wegfall der 3 Stufen in NRW nicht?

    • admin
      Antworten

      Hallo Jenny,

      tut mir leid, aber bei den Regelungen im öffentlichen Dienst, Bundes- und Landesreisekostenrecht kenne
      ich mich leider nicht aus.

      Bitte wenden Sie sich an Ihr zuständiges Finanzamt oder Ihren Steuerberater.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  • Jochen
    Antworten

    Hallo,

    muss der Arbeitgeber die Verpflegungspauschalen bezahlen, oder kann er auch anders verfahren, da es evtl. eine freiwillge Zugabe ist?
    zb. er lässt es bei der alten Regelung, da es ihm sonst zu teuer ist.
    Habe ich ein anrecht auf die Differnz, bzw. wie kann ich diese geltend machen; evtl Lohnsteuerjahresausgleich?

  • Thomas Winter
    Antworten

    Hallo,
    ich hab mal eine Frage.
    Ich bin beruflich tagsüber unterwegs und würde ab 2014 12€ pro Tag bekommen. Mein AG teilte mir jetzt mit, dass ich von ihm weiterhin 6€ pro Tag bekäme und die restlichen 6€ über meinen Lohnsteuerjahresausgleich mir zurückholen müsste. Ist das so richtig? Dadurch würde ich ja keine 12€ am Tag bekommen, oder?
    MfG
    Thomas

    • admin
      Antworten

      Hallo Thomas,

      ja, das ist so korrekt. Die Verpflegungspauschalen können vom Arbeitgeber erstattet werden, müssen aber nicht. Dies entscheidet der Arbeitgeber.
      Die Differenz zwischen gezahlter und gesetzlicher Pauschale (in Ihrem Fall 6 €) können Sie bei Ihren Werbungskosten geltend machen.
      Damit erhalten Sie die volle gesetzliche Pauschale (hier 12 €) für jeden Tag.

      Dies gilt allerdings nicht für Übernachtungspauschalen. Diese können Sie nicht bei den Werbungskosten geltend machen.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  • Ella de Vriend
    Antworten

    Hallo Rainer,
    zu Reisekosten Verpflegungspauschalen 2014.

    ich bin mir nicht sicher ob “mindestens 8 Stunden” richtig ist. Ich lese überall “mehr als 8 Stunden”. Mindestens bedeutet ab 8 Stunden genau (schon wenn nur 8 Stunden erreicht wurden). Mehr als 8 Stunden bedeutet 8 Stunden plus 1 Minute/bzw. Sekunde). War der Gesetzgeber hier ungenau? Es ist wichtig bei der Elektronische Eingabe denke ich dies klarzustellen.

    • Melanie Heinemann
      Antworten

      Hallo Frau de Vriend,

      ab genau 8 Std bekommen Sie eine Pauschale.
      Die Angaben sind ohne Gewähr. Für eine genauere Auskunft sollten Sie Ihren Steuerberater/Finanzamt fragen.

      Beste Grüße
      Melanie Heinemannn

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