Mahlzeitenkürzung im Flugzeug – Eine Frage der Interpretation

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Mit der Verpflegung auf Auslandsflügen ist das so eine Sache. Je nach Flugdauer und Airline kann die Art der dargebotenen Speisen stark variieren. Und je nachdem, WAS ein Mitarbeiter auf Geschäftsreise WANN über den Wolken verspeist, hat dies unterschiedliche Auswirkungen auf die Kürzung der Verpflegungspauschale.

Beispiel: Ein Mitarbeiter erhält auf seinem Flug von München nach Sevilla an Bord wahlweise ein Stück Kuchen oder eine Butterbrezel zu seinem Nachmittagskaffee gereicht. Während seines Rückflugs zwei Tage später stehen zur Mittagszeit belegte Sandwiches auf dem Speiseplan.

Ob bei gestellten Nahrungsmitteln wie belegten Broten, Laugengebäck oder Kuchen gekürzt werden muss oder nicht hängt mitunter davon ab, ob diese während des Fluges als “Mahlzeit” serviert werden. Laut Gesetzgeber führt nämlich nur der Erhalt von solchen Lebensmitteln zur Kürzung, die “der Ernährung dienen” und als “Mahlzeit” im Sinne eines Frühstücks, Mittag- oder Abendessens angeboten und eingenommen werden. Bei erhaltenen “Snacks” muss nicht gekürzt werden (BMF Schreiben vom 20. April 2015).

BMF-konform muss in unserem Beispiel daher für den Hinflug keine Kürzung der Verpflegungspauschale vorgenommen werden, da es sich bei Kaffee und Kuchen per definitionem nicht um eine Mahlzeit handelt. Das Sandwich auf dem Rückflug kann hingegen als Mittagessen angesehen werden, was zur 40% Kürzung des Pauschbetrags führt.

Festzuhalten bleibt, dass es wohl im Auge des Betrachters liegt, ob es sich bei einer belegten Weißbrotscheibe um eine Mahlzeit handelt oder nicht. Ähnlich sieht das auch der Gesetzgeber und schreibt diesbezüglich:

“In der Praxis obliegt es vorrangig dem jeweiligen Arbeitgeber, zu beurteilen, inwieweit die von ihm angebotenen Speisen unter Berücksichtigung z. B. ihres jeweiligen Umfangs, des entsprechenden Anlasses oder der Tageszeit tatsächlich an die Stelle einer der genannten Mahlzeiten treten” (BMF Schreiben vom 20. April 2015, S.3).

 

4 Gedanken zu „Mahlzeitenkürzung im Flugzeug – Eine Frage der Interpretation

  1. Hallo Frau Schwabik,

    bei einer vollen Verpflegungspauschale gebe ich Ihnen recht. Nur wie verhält es sich wenn, wie in dem Fall, meine Dienstreise um 8:30 endet? Reicht es dem Gesetzgeber aus nur ein Frühstück abzuziehen, da Ankunft weit vor 12:00? Oder muss es eine Mahlzeit sein da im Reiseplan so angegeben, bzw. vielleicht sogar beides?

    Mit freundlichen Grüßen

    • Hallo Herr Weihs,

      falls auf Ihrer Rechnung “Abendessen” steht, sollten Sie dementsprechend auch eine Kürzung für ein Abendessen vornehmen.
      Haben Sie während Ihres Fluges zwei Mahlzeiten erhalten, sollten auch beide gekürzt werden.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  2. Hallo Reisekosten.de Team!
    Wie muss die Verpflegungspauschale richtigerweise gekürzt werden bei einem Interkontinentalflug von China nach Deutschland. Abflug 00:10, Ankunft 8:30 am selben Tag? Im Reiseplan der Airline ist Abendessen angegeben
    Vielen Dank

    • Hallo,

      erhalten Sie während Ihres Fluges Essen, das einer Mahlzeit entspricht (belegte Brötchen oder komplette Gerichte), sollten Sie in diesem Fall auch entsprechend kürzen.
      Wird Ihnen beispielsweise zur Frühstückszeit ein Sandwich angeboten, kann dieses als Mahlzeit gelten und mit 20% der Verpflegungspauschale gekürzt werden. Das Mittag- sowie Abendessen kürzen Sie dementsprechend mit 40% der vollen Verpflegungspauschale. Bei Snacks wie Kaffee und Kuchen o. ä. muss in der Regel nicht gekürzt werden.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

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