1. Definition laut § 9 Absatz 4 EStG:

“Erste Tätigkeitsstätte ist die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers,
eines verbundenen Unternehmens (§ 15 des Aktiengesetzes) oder
eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist.”

“Dauerhaft” wird definiert als:
– unbefristete Tätigkeit an dieser Tätigkeitsstätte während des gesamten Dienstverhältnisses oder
– Tätigkeit für die Dauer des Dienstverhältnisses oder
– Tätigkeit über einen Zeitraum von 48 Monaten hinaus (Keine Zusammenrechnung eines Zeitraums, wenn dieser unter 48 Monaten lag, aber die Tätigkeit verlängert wurde.)

2. Bestimmung der ersten Tätigkeitsstätte:

Vorrangig durch die dienst- oder arbeitsrechtliche Festlegungen, sowie Absprachen und Weisungen.
Fehlen solche oder sind die getroffenen Festlegungen nicht eindeutig, werden hilfsweise quantitative Kriterien herangezogen.

Je Dienstverhältnis hat der Arbeitnehmer höchstens eine erste Tätigkeitsstätte.

Liegen die Voraussetzungen für mehrere Tätigkeitsstätten vor, ist diejenige Tätigkeitsstätte erste Tätigkeitsstätte, die der Arbeitgeber bestimmt.

Fehlt es an dieser Bestimmung oder ist sie nicht eindeutig, ist die der Wohnung örtlich am nächsten liegende Tätigkeitsstätte die erste Tätigkeitsstätte.

3. Quantitative Kriterien:

Es handelt sich um eine erste Tätigkeitsstätte, wenn der Arbeitnehmer
– mind. ein Drittel der vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig wird oder
– 2 volle Arbeitstage in der Woche tätig wird oder
– arbeitstäglich tätig wird, wenn eigentliche berufliche Tätigkeit durchgeführt wird

4. Keine ersten Tätigkeitsstätten sind:

– Das Home-Office ist – wie schon 2013 – keine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers und deshalb keine erste Tätigkeitsstätte.
– Fahrzeuge, Flugzeuge oder Schiffe sind keine ortsfeste betriebliche Einrichtung und daher keine Tätigkeitsstätte.
– Hat der Arbeitnehmer keine erste Tätigkeitsstätte aber sucht dauerhaft denselben Ort oder dasselbe weiträumige Tätigkeitsgebiet arbeitstäglich auf, ist die Fahrt zu diesem Sammelpunkt nur nach gesetzlicher Entfernungspauschale abzurechnen.

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