Definition:

Die auswärtige Tätigkeit, auch Auswärtstätigkeit genannt, wird im EStG nicht definiert. Eine Begriffsbestimmung ist jedoch aus den Definitionen zur ersten Tätigkeitsstätte (§ 9 EStG Abs. 4, § 15 Aktiengesetz) ableitbar. Zudem wird die Bezeichnung “auswärtige berufliche Tätigkeit” in einem geklammerten Vermerk im § 9 Abs. 4a Satz 2 EStG in Bezug zu einer beruflichen “Tätigkeit, außerhalb der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte” des Arbeitnehmers erwähnt.

Eine auswärtige Tätigkeit liegt demnach vor, wenn ein Arbeitnehmer

  • außerhalb seiner Wohnung
  • außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte
  • aus beruflicher Veranlassung
  • vorübergehend

tätig ist.

Abgrenzung zur ersten Tätigkeitsstätte:

Nach § 9 Absatz 4 Satz 5 EstG kann jedem Mitarbeiter je Dienstverhältnis nur eine erste Tätigkeitsstätte zugeordnet werden. Ist diese aufgrund der arbeitstechnischen, beziehungsweise betrieblichen Situation nicht definierbar, kann ein Mitarbeiter auch “keine erste, sondern nur mehrere auswärtige Tätigkeitsstätten haben”. Somit ist ein Arbeitnehmer, der keine erste Tätigkeitsstätte besitzt und außerhalb seiner Wohnung beruflich tätig ist, auch immer auswärts tätig.

Eintätige Auswärtstägkeit im Inland:

Liegt eine Auswärtstätigkeit (gemäß der oben genannten Bestimmungen) im Inland von mehr als acht Stunden Dauer vor, kann nach § 9 Absatz 4a Satz 2 bis 5 EStG eine Pauschale von 12,00 € angesetzt werden. Eine eintägige Auswärtstätigkeit mit entsprechendem Anspruch auf die Pauschale liegt auch dann vor, wenn der Mitarbeiter seine Tätigkeit über Nacht ausübt.

Mehrtägige Auswärtstätigkeit im Inland:

Bei einer mehrtägigen Auwärtstätigkeit mit Übernachtung im Inland, kann für Tage, an denen der Mitarbeiter länger als 24 Stunden von seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte entfernt ist, eine Pauschale von 24,00 € pro Tag geltend gemacht werden. Für den An- und Abreisetag können wiederum jeweils 12,00 € als Werbungskosten berücksichtigt werden.

Auswärtstätigkeit im Ausland:

Wird eine Auswärtstätigkeit gemäß den oben genannten Bedingungen im Ausland ausgeübt, gelten dieselben Regelungen wie bei ein- und mehrtätiger Auswärtstätigkeit im Inland. Die entsprechenden gültigen Pauschalbeträge werden jährlich durch das Bundesministerium für Finanzen festgelegt.

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