Kurioses zur Mahlzeitenkürzung: Die Kürzung der Kürzung

Mahlzeiten richtig abrechnen Teil 2:

Ganz schön kompliziert. Das steuerliche Reisekostenrecht ist nicht nur höchst komplex, es enthält auch einige äußerst kuriose Regelungen rund um das Thema Reisekostenabrechnung und Steuerfreiheit.

So zum Beispiel auch die sogenannte “Kürzung der Kürzung”, die bei der Stellung einer zweiten, gleichwertigen Mahlzeit zur Anwendung kommen kann. In der beruflichen Praxis findet diese Regelung wohl kaum Anwendung – dennoch eine äußerst interessante Sonderregelung, die sich der Gesetzgeber hier ausgedacht hat.

In Teil 1 der Reihe “Mahlzeiten richtig abrechnen” haben Sie bereits erfahren, unter welchen Bedingungen Arbeitgeber ihren reisenden Mitarbeitern alternative Mahlzeiten als Ersatz für nicht eingenommene/verpasste Mahlzeiten zur Verfügung stellen dürfen:

Angestellter B nimmt am zweiten Tag seiner dreitägigen Geschäftsreise an einem mehrstündigen Meeting teil und verpasst daher das vom Arbeitgeber bestellte und bezahlte Mittagessen. Stattdessen diniert er nach seinem Meeting in einem nahegelegenen Restaurant. Die Restaurantrechnung reicht er bei der Abrechnung seiner Reisekosten mit ein. Die Ganztagespauschale (24 Euro) wird um 40% (9,60 Euro) gekürzt.

Entstehen für solch eine zweite, gleichwertige Mahlzeit zusätzliche Kosten für den Reisenden, die der Arbeitgeber nicht erstattet, kann eine “Kürzung der Kürzung” vorgenommen werden (BMF-Schreiben vom 05.11.2015). Dabei wird der reguläre Betrag der Mahlzeitenkürzung, der bei einer Mahlzeitengestellung anzusetzen ist, um den vom Reisenden selbst bezahlten Betrag vermindert:

Variante 1: Das zweite Mittagessen kostet 12 Euro, der Arbeitgeber von B bewilligt jedoch nur die Übernahme der Hälfte der Kosten, sodass B noch 6 Euro aus eigener Tasche bezahlen muss. Der reguläre Kürzungsbetrag (9,60 Euro) wird um den von B selbst bezahlten Betrag (6 Euro) gekürzt (9,60 Euro – 6,00 Euro = 3,60 Euro).

Somit werden nur 3,60 Euro statt der regulären 9,60 Euro für die Mahlzeitengestellung von der Ganztagespauschale abgezogen. B erhält nun für diesen Tag den Pauschbetrag von 20,40 Euro ausbezahlt.

Variante 2: Das von B im Restaurant eingenommene, zweite Mittagessen kostet 20 Euro, der Arbeitgeber von B bewilligt jedoch nur die Übernahme der Hälfte der Kosten, sodass B noch 10 Euro selbst bezahlen muss. Der reguläre Kürzungsbetrag (9,60 Euro) wird um den von B aufgebrachten Betrag (10 Euro) gekürzt (9,60 Euro – 10 Euro = 0 Euro).

Da die Ausgaben von B den Kürzungsbetrag übersteigen, erhält B für diesen Tag seiner Reise die komplette Verpflegungspauschale von 24,00 Euro ohne Abzüge ausbezahlt.

In Teil 3 der Reihe “Mahlzeiten richtig abrechnen” erfahren Sie, was es bei Verpflegungspauschalen auf Flugreisen ins Ausland zu beachten gilt.

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Anzeigen von 41 Kommentaren
  • Artamonow
    Antworten

    Hallo,

    wie verhält es sich wenn man 3 Tage im Innland unterwegs ist und:

    1 Tag (Anreisetag): Mittag und Abendessen vom AG gestellt bekommt.
    2 Tag: Kein Essen gestellt bekommt.
    3 Tag (Abreisetag): Frühstück und Mittagessen gestellt bekommt.

    Wie wird dann gerechnet?
    1 Tag (12€ – 19,20€ Abzug) + 2 Tag (24€) + 3 Tag (12€ -14,40€ Abzug) = 14,40€

    oder

    1 Tag (0€) + 2 Tag (24€) + 3 Tag (0€) = 24€

    Viele Grüße
    A. Artem

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Hallo,
      die zweite Berechnung ist korrekt, denn Kürzungen dürfen keine Minusbeträge erzeugen.

      Freundliche Grüße,
      Ulrika Schwabik

  • Michael Keller
    Antworten

    Hallo,

    Wie verhält es sich, wenn im Ausland nur Hotelübernachtungen mit kostenlosem Frühstück buchbar sind, der Mitarbeiter jedoch kein Frühstück wünscht? Muss dann gekürzt werden, obwohl der Mitarbeiter nicht frühstückt? Das Frühstück wird ihm ja vom Arbeitgeber gestellt (auch wenn er dies ausdrücklich nicht möchte). Das Frühstück taucht auch nicht explizit auf der Hotelrechnung auf (da Einheitspreis).

    Viele Grüße
    Michael Keller

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Hallo Herr Keller,

      sobald das Frühstück auf der Hotelrechnung nicht aufgeführt wird, muss die Kürzung, nach unserem Wissensstand, nicht unbedingt vorgenommen werden. Nimmt jedoch der Mitarbeiter an dem zur Verfügung gestellten Frühstück teil, ist es korrekt, die erhaltene Verpflegungspauschale zu kürzen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • Julius Watzl
    Antworten

    Hallo,

    wie verhält es sich bzw. was muss gekürzt werden wenn man z.B. auf einer eintägigen Dienstreise ist jedoch ein Mitagessen und ein Abendessen gestellt bekommt? es würde sich ein negativer Betrag von 7,2€ ergeben.

    Viele Grüße
    JW

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Hallo Herr Watzl,

      erhält ein Mitarbeiter sowohl eine Verpflegungspauschale als auch vom Arbeitgeber gestellte Mahlzeiten, muss die Pauschale entsprechend gekürzt werden. Die Kürzungen können jedoch nur von dem Betrag der erhaltenen Verpflegungspauschale vorgenommen werden und können daher keine Minusbeträge verursachen.
      Um eine verbindliche Auskunft zu erhalten, wenden Sie sich diesbezüglich am besten noch an Ihren Steuerberater.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • Philippe
    Antworten

    Hallo,

    zu meinem etwas verzwickteren Fall scheinen nur schwerlich Beispiele zu finden zu sein.

    Ich war Anfang des Jahres im Rahmen einer Dienstreise in den USA.
    Mein Arbeitgeber gleicht hier für jeden Tag USD 24,99 ohne weitere Nachweise für Verpflegung aus – bei entsprechendem Nachweis bis USD 100.

    Da mir teilweise Nachweise fehlen, habe ich für jeden Tag USD 24,99 beanschlagt und vom Arbeitgeber auch zurückerhalten.

    Wie verhält sich das nun mit dem Verpflegungsmehraufwand (Chicago: 54 EUR).

    Kann ich die USD 24,99 von den 54 EUR abziehen und den Rest bei der Steuer ansetzen oder
    gilt der Posten Verpflegung mit der vom Arbeitgeber geleisteten Pauschale bereits als abgegolten?

    Vielen Dank im Voraus
    Philippe

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Hallo Philippe,

      wenn Sie vom Arbeitgeber weniger als den Betrag der gesetzlichen Pauschale erhalten, können Sie den finanziellen Unterschied in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • EV
    Antworten

    Guten Tag,

    ich habe an einem Seminar (Weiterbildung extern) teilgenommen. An- und Abreise sowie Teilnahme am Seminar erfolgte innerhalb eines Tages (Reisedauer insgesamt: 15 Stunden).

    Mein Arbeitgeber übernahm die Kosten des Seminars. Mittagessen wurde durch den Seminaranbieter gestellt (Restaurant).

    Wenn ich meine Reisekostenabrechnung mache, muss die Verpflegungspauschale dann um 40% gekürzt werden? Obwohl der Arbeitgeber das Mittagessen nicht direkt bezahlt bzw. es nicht durch einen von ihm beauftragten Dritten bezahlt wurde. Es war in der Seminarteilnahme inkludiert.

    Freundliche Grüße.

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Guten Tag,

      die erhaltene Verpflegungspauschale muss nur dann gekürzt werden, wenn der Arbeitgeber die Mahlzeit gestellt oder durch einen Dritten veranlasst hat. Wenn Ihr Arbeitgeber die gesamten Seminarkosten übernommen hat, müssen Sie auch entsprechend kürzen. Eine Kürzung wird immer vom Betrag der vollen Tagespauschale errechnet und beträgt somit die Summe 9,60 € für ein Mittagessen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • Weber
    Antworten

    Bei diversen Ratgebern heißt es: “Gekürzt werden muss auch, wenn es sich um ein sogenanntes arbeitgeberveranlasstes Essen handelt (wenn also das Essen durch einen Dritten, z.B. durch den Geschäftspartner veranlasst wird und man auf Weisung / im Interesse des Arbeitgebers daran teilnimmt.”
    Demnach müsste bei jeder dienstlich veranlassten Teilnahme an einer Tagung/Konferenz (von externen Dritten veranstaltet), bei der Mahlzeiten gereicht werden, von der Pauschale abgezogen werden. Guilt dies in diesem Fall auch, wenn die Mahlzeiten nicht vom Arbeitgeber bereitgestellt und finanziert werden?

    • EV
      Antworten

      Sind die 40% von der vollen Tagespauschale abzuziehen? Auch wenn man gar keinen ganzen Tag (s. oben – nur 15 Std) geschäftlich unterwegs war?

      • Ulrika Schwabik
        Antworten

        Genau, die Kürzungen berechnen sich immer von einer vollen Tagespauschale.

        Mit freundlichen Grüßen,
        Ulrika Schwabik

  • Weber
    Antworten

    Hallo, ich habe eine Frage zur Kürzung der Pauschale, wenn die Mahlzeit nicht vom Arbeitgeber (oder einem von ihm bauftragten) Dritten gezahlt bzw. bereitgestellt wurde. Sie schreiben etwas vieldeutig, dass in diesem Fall eine Kürzung “nicht zwingend” erfolgt bzw. “im Prinzip” nicht erfolgen sollte. Das lässt Raum für Spekulationen. Konkret geht es um Fälle, bei denen Mitarbeiter externe Veranstaltungen (Tagungen, Workshops) besuchen und dort eine Mahlzeit bereitgestellt wird. Mit der Bereitstellung und Zahlung dieser Mahlzeiten hat aber der Arbeitgeber nichts zu tun. Wie verhält es sich in diesen Fällen? Wird die Pauschale gekürzt oder nicht?

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Guten Tag,

      eine Kürzung der erhaltenen Verpflegungspauschale muss immer vorgenommen werden, wenn der Arbeitgeber oder ein von ihm Beauftragter die bereitgestellte Mahlzeit veranlasst, d.h. bezahlt. Wenn der Arbeitgeber gar keinen Kostenanteil an den Mahlzeiten aufweist, muss nicht gekürzt werden.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • Mandy Brakenwagen
    Antworten

    Hallo, wenn man weniger als die gesetzlichen Verpflegungsmehraufwendungen erhält, muss dann trotzdem gekürzt werden?
    Beispiel:
    Herr A. erhält 10 € Spesen bei einer 24 Stunden Auswärtstätigkeit und erhält im Hotel frühstück.
    Müssen 20 % von den Spesen abgezogen werden?

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Hallo,

      wenn der Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber eine Verpflegungspauschale erhält und ihm noch zusätzlich eine Mahlzeit gestellt wird, muss von der Pauschale auch entsprechend gekürzt werden. Die prozentualen Beträge der Kürzungen gehen dabei immer von der Höhe der vollen Tagespauschale aus.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • Pia Bornfelder
    Antworten

    Hallo,

    wir machen für unsere MA wenn Sie auswärts tätig sind eine Reisekostenabrechnung. Jetzt war ein MA mehrere Tage weg. Die Hotel-RE wurde von unserem Kunden bei dem er tätig war übernommen. Frühstück hat er im Hotel zu sich genommen. Kürze ich dann Frühstück oder nicht?

    Vielen Dank,

    Pia Bornfelder

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Hallo Frau Bornfelder,

      da die Verpflegungskosten von einem Dritten übernommen wurden, muss der Mitarbeiter im Prinzip keine Kürzung vornehmen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • Tanja Dreier
    Antworten

    Hallo,
    ich habe eine Frage zu der Kürzung von Mahlzeiten. Wie verhält es sich, wenn nicht der direkte Arbeitgeber die Hotelrechnung oder den Workshop bezahlt, sondern ein Unternehmen aus dem Konzern? Müssen die Verpflegungspauschalen gekürzt werden oder nicht?
    VG
    TD

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Hallo Frau Dreier,

      falls Ihnen Ihr Arbeitgeber die Verpflegungspauschale zur Verfügung stellt und die zusätzlichen Kosten für gestellte Mahlzeiten von einem Dritten übernommen werden, müssen im Prinzip keine Kürzungen vorgenommen werden (siehe auch “Handbuch Reisekostenrecht 2014 von Michael Popp, S. 76, Punkt 3.2.4.4.2). Entscheidend ist, ob das Konzernunternehmen als Dritter angesehen wird oder nicht. Am besten besprechen Sie das mit Ihrer Buchhaltung oder Ihrem Steuerberater.
      Wurden jedoch die Mahlzeiten direkt vom Arbeitgeber erstattet, muss in diesem Fall auch gekürzt werden.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • EC
    Antworten

    Hallo,

    ich habe gerade eine Diskussion mit der Dame der Reiseabrechnung. Ich war für zwei Wochen auf Dienstreise mit Übernachtung im Hotel inklusive Frühstück. Auf der Hotelrechnung ist das Frühstück extra gelistet mit jeweils 17€ pro Tag. Es bestand aufgrund der Lage auch nicht die Möglichkeit woanders frühstücken zu gehen.

    Nun habe ich meine Abrechnung eingereicht und mir wurden jeden Tag 17€ für das Frühstück abgezogen und nicht nur 20% (4,80€).

    Ich habe mich bei Ihr beschwert und die Aussage erhalten, dass dies so korrekt sei. Ich habe jedoch in ihren tollen Artikel nichts dergleichen gefunden. Meiner Meinung nach sollten keine 17€ abgezogen werden.

    Was sagen Sie dazu? Ist dies rechtens?

    • Ulrika Schwabik
      Antworten

      Hallo Frau Clauss,

      in der Regel sollte noch vor der Geschäftsreise vom Arbeitgeber festgelegt werden, ob er die Kosten für die Mahlzeiten übernimmt. Grundsätzlich ist aber nicht reglementiert, wie hoch die Kürzungen sein dürfen oder ob das Frühstück überhaupt vom Arbeitgeber bezahlt wird. Gekürzt wird immer, wenn Sie eine Pauschale vom Arbeitgeber erhalten haben, über 8 Stunden unterwegs sind und die Mahlzeit noch zusätzlich vom Arbeitgeber bezahlt wurde. Die Kürzung sollte dabei mindestens so hoch wie die 20% bzw. 40% der vollen Tagespauschale sein.

      Erkundigen Sie sich eventuell, ob es in Ihrem Unternehmen eine Reiserichtlinie gibt und besprechen Sie den Sachverhalt noch mit Ihrem Arbeitgeber.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Schwabik

  • Hubert Kurz
    Antworten

    Hallo,

    nehme für ein Unternehmen an einem Kongress teil. Bin aber beschäftigt bei einem externen Dienstleister.

    Muss ich die Mittag- und Abendessen kürzen, obwohl die Essen nicht durch meinen Arbeitgeber beauftragt, noch bezahlt werden?

    Siehe auch folgende Aussage:

    “Bei der Kürzung ist allerdings zu beachten, dass diese nur vorzunehmen ist, wenn der eigene Arbeitgeber die Mahlzeit stellt oder bezahlt oder einen Dritten damit beauftragt”, erklärt BDL-Geschäftsführer Erich Nöll. “Wird man während der Auswärtstätigkeit von Geschäftspartner oder Kunden eingeladen, ist diese Kürzung nicht vorzunehmen und der Arbeitgeber kann die volle Pauschale auszahlen oder sie kann in voller Höhe als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung angesetzt werden.”

    • Janine Baumann
      Antworten

      Hallo,
      ich gebe Herrn Nöll mit seiner Aussage recht. Wenn die Kosten für gestellte Mahlzeiten nicht von Ihrem Unternehmen getragen werden, ist eine Kürzung der Verpflegungspauschale nicht zwingend erforderlich.

      Viele Grüße
      Janine Baumann

    • Mirko
      Antworten

      “der Arbeitgeber KANN die volle Pauschale auszahlen ”

      Bedeutet das, dass der Arbeitgeber die freie Wahl hat? Ist das irgendwo gesetzlich geregelt?

      Mein neuer Abeitgeber zieht immer 9,60 € ab, auch wenn ich auf einer Messeveranstaltung kostenlos von einer Fremdfirma etwas zu Essen bekommen habe.

      • Ulrika Schwabik
        Antworten

        Hallo,

        falls Ihnen Ihr Arbeitgeber die Verpflegungspauschale zur Verfügung stellt und die zusätzlichen Kosten für gestellte Mahlzeiten von einem Dritten übernommen werden, müssen im Prinzip keine Kürzungen vorgenommen werden (siehe auch „Handbuch Reisekostenrecht 2014 von Michael Popp, S. 76, Punkt 3.2.4.4.2). Würden jedoch die Mahlzeiten direkt vom Arbeitgeber erstattet, muss in diesem Fall auch gekürzt werden.

        Der Arbeitgeber kann dabei selber entscheiden, ob er seinen Mitarbeitern Pauschalen auszahlt oder nicht. Die entgangenen Pauschalen kann sich jeder Mitarbeiter über seine jährliche Steuererklärung vom Finanzamt zurückholen.

        Mit freundlichen Grüßen,
        Ulrika Schwabik

  • DL
    Antworten

    Guten Tag,

    werden die Pauschalen taggenau oder “reisegenau” betrachtet? Konkret: Wenn ein Arbeitnehmer am Zwischentag ein vom Arbeitgeber bezahltes Frühstück in Höhe von 10,00 Euro einnimmt und ein Mittagessen in Höhe von 15,00 Euro bezahlt bekommt, fällt seine Pauschale für diesen Tag dann auf 0,00 Euro oder werden diese Beträge mit den Pauschalen für An- und Abreisetag weiterverrechnet?

    Herzlichen Dank für Ihre Hilfe,
    viele Grüße
    DL

    • Janine Baumann
      Antworten

      Hallo,
      gekürzt wird immer an dem Tag, an dem die Mahlzeiten auch erhalten wurden, und zwar 20% der Ganztagespauschale für ein Frühstück bzw. 40% für ein Mittag- oder Abendessen. Die konkreten Kosten für die Mahlzeiten sind hierbei nicht relevant, sofern sie unter 60,00 € liegen.

      Ist ein Arbeitnehmer innerhalb von Deutschland drei Tage unterwegs und erhält am zweiten Tag Frühstück und Mittagessen gestellt, werden von der Ganztagespauschale (24,00 €) 4,80 € für das Frühstück und 9,60 € für das Mittagessen gekürzt.

      Anreisetag = 12 €
      Zwischentag = 9,60 €
      Abreisetag = 12 €

      Der Mitarbeiter erhält für die Reise also insgesamt 33,60 € Verpflegungspauschale.

      Viele Grüße
      Janine Baumann

  • Nico Schulz
    Antworten

    Hallo!

    Ich habe eine Frage zur Kürzung der Pauschalen:

    Ich bin als selbstständiger Einzelunternehmer über einen längeren Zeitraum auf Montage unterwegs. Mein Auftraggeber sorgt für Frühstück, Mittagessen sowie einen Snack als Abendessen. Muss ich von den 24€ dann 20% + 40% + 40% abziehen, kann also keine Kosten anrechnen, oder zählt Mittag- und Abendessen zusammen als 40%.

    Vielen Dank schon mal für Ihre Antwort.

    Beste Grüße,
    Nico Schulz

    • Janine Baumann
      Antworten

      Hallo Nico,

      Ja, werden Frühstück, Mittagessen und Abendessen gestellt, muss auch für alle drei Mahlzeiten separat gekürzt werden (Frühstück 20%, Mittagessen 40%, Abendessen 40%). Ein zusammenrechnen einzelner Mahlzeiten ist nicht möglich. Führ Snacks, die nicht als Mahlzeit gereicht werden (z. B. zur Kaffeepause oder zum Nachmittagstee) muss die Pauschale nicht gekürzt werden.

      Viele Grüße
      Janine Baumann

  • Sandra Hensel
    Antworten

    Ich starte demnächst bei meinem neuen Arbeitgeber und bin laut Arbeitsvertrag im Home Office beschäftigt. Zum anlernen muss ich 3 Monate in den Firmensitz und bekomme für diese Zeit eine Unterkunft gestellt. Kann ich in diesem Fall die Verpflegungspauschale ansetzen?

    • Janine Baumann
      Antworten

      Hallo Sandra,

      ja, da es sich um eine beruflich veranlasste Tätigkeit außerhalb des Home Office handelt und die Dreimonatsregel noch nicht greift, können Sie für den benannten Zeitraum die Verpflegungspauschale ansetzen. Werden von Ihrem Unternehmen keine Verpflegungspauschalen bezahlt, können Sie diese im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen.

      Viele Grüße
      Janine Baumann

  • JM
    Antworten

    Hallo,

    und wie verhält es sich, wenn die Firma seinem Mitarbeiter ein Hotel inkl. Frühstück bezahlt, der Mitarbeiter aber aufgrund seines Rückflugs das Frühstück um 7.00 Uhr nicht einnehmen kann, da er zu diesem Zeitpunkt bereits Richtung Flughafen unterwegs war?
    Hätte der Mitarbeiter, um eine Kürzung zu vermeiden, das Frühstück abbestellen müssen? Kürzung der Tagespauschale ja oder nein?

    • Janine Baumann
      Antworten

      Hallo,

      hat der Arbeitnehmer aus dienstlichen Gründen ein in der Hotelrechnung enthaltenes Frühstück nicht einnehmen können, kann dies auf der Hotelrechnung vermerkt und im Optimalfall vom Hotel bestätigt werden. Dem Arbeitnehmer ist somit kein Frühstück zur Verfügung gestellt worden und eine Kürzung der Verpflegungspauschale ist nicht erforderlich.

      Viele Grüße
      Janine Baumann

      • JM
        Antworten

        Hallo Frau Baumann,

        aber es reicht wahrscheinlich nicht aus, wenn das der Mitarbeiter selbst auf die Rechnung schreibt, oder? Sonst könnten die Mitarbeiter auf einfache Weise um die Kürzung herumkommen.

        Viele Grüße
        JM

        • Janine Baumann
          Antworten

          Hallo,

          theoretisch reicht ein händischer Vermerk auf der Rechnung aus, sofern dies nicht durch Ihre interne Reiserichtlinie untersagt ist.

          Viele Grüße
          Janine Baumann

          • JM

            Vielen Dank für Ihre Stellungnahme

          • Janine Baumann

            Gern geschehen!

            Viele Grüße
            Janine Baumann

  • Christine Clemens
    Antworten

    Hallo!
    Auch ich habe eine generelle Frage zum Frühstück.
    Ein Mitarbeiter hat ein Hotel gebucht, die Rechnung wurde an unsere Firma geschickt und auch direkt von der Firma bezahlt. Auf der RE ist das Frühstück mit 17 € ausgewiesen.
    a) Wenn der MA keine Reisekostenabrechnung macht, wie verhält es sich dann mit den 17€ für das Frühstück? Muss ich ihm diesen Betrag vom Gehalt abziehen oder den Betrag von 17€ – 4,80€ Verpflegungspauschale (12,20€) oder muss ich ihm gar nichts abziehen?
    b) Der MA macht eine Reisekostenabrechnung. Muss ich ihm in der Reisekostenabrechnung die 17€ abziehen oder nur die 4,80€ Verpflegungspauschale ?
    c) Ist es dabei relevant, ob der MA das Hotel selbst gebucht hat oder die für Reisen zuständige Mitarbeiterin, solange die Rechnung auf die Firma ausgestellt wurde?

    • Cornelia Meier
      Antworten

      Hallo,

      a.) Wenn der Mitarbeiter keine Reisekostenabrechnung führt, erstatten Sie ihm auch keine Verpflegungspauschale. Der Sachbezugswert (1,67 €)
      muss dann innerhalb der Lohn- und Gehaltsabrechnung des Mitarbeiters versteuert werden. Kostet die Mahlzeit über 60 € ist sie mit ihrem tatsächlichen Betrag als Arbeitslohn zu versteuern.
      b.) Rechnet der Mitarbeiter seine Reisekosten ab, müssen Sie ihm 4,80 € von der Verpflegungspauschale abziehen, die er erhält (bei An- und Abreise 12 €, bei 24 Stunden = 24 €)
      c.) Nein, wer das Hotelzimmer bucht ist nicht relevant, die Reise muss vom Arbeitgeber veranlasst und die Rechnung muss auf die Firma ausgestellt sein.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

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