Gleichberechtigung für Radfahrer

Anfang Dezember haben die Finanzminister der Länder entschieden Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes wie Dienstwagen zu behandeln. Diese Regelung gilt rückwirkend ab 01. Januar 2012.

Stellt ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter ein Fahrrad zur Verfügung, greift damit für die private Nutzung des Rads die pauschale Besteuerung des geldwerten Vorteils von 1 Prozent des Bruttolistenpreises. Das bedeutet, dass jeden Monat 1 Prozent des Bruttolistenpreises (Neupreises) des Fahrrades auf das zu versteuernde Einkommen des Mitarbeiters zugeschlagen wird.

Bei einem Bruttolistenpreis des Fahrrades von 1.500 € sind das gerade mal monatlich 15 € die zum persönlichen Steuersatz des Mitarbeiters versteuert werden.

Zuvor war bei den Fahrrädern entweder der Nutzwert komplett zu versteuern oder der Arbeitnehmer musste jede Fahrt in einem Fahrtenbuch festhalten, um den Anteil der steuerpflichtigen privaten Nutzung zu ermitteln.

Anders als bei der Versteuerung des Dienstwagens, muss der Weg zur Arbeit (einfache Strecke) mit dem Dienstfahrrad jedoch nicht zusätzlich versteuert werden.

Statt Dienstwagen zukünftig Dienstfahrräder?

Ob sich jedoch das Dienstfahrrad gegenüber dem Dienstwagen behaupten kann und ob in Zukunft Außendienstmitarbeiter ihre Kunden nur noch mit dem Fahrrad besuchen werden ist eher fraglich.

Weite Strecken können nur mit dem Auto zurückgelegt werden. Lohnen könnten sich Dienstfahrräder also nur bei kurzen Strecken, auf dem täglichen Weg zum Büro, auf die Baustelle oder zu entfernter liegenden Arbeitsgebäuden. Als Arbeitgeber kann man den sportlichen Kollegen mit einem teuren Rad einen besonderen Anreiz bieten, der die Mitarbeiter im Idealfall fit und gesund hält. Spannend ist, dass Firmen wie die Telekom oder Ebay bereits über eine Fahrradflotte verfügen.

Nichtsdestotrotz bleibt der Dienstwagen des Deutschen Liebling. Sechs von zehn Neuwagen werden derzeit als Dienstwagen zugelassen. Der Dienstwagen gilt für viele Mitarbeiter als Statussymbol. Der Mitarbeiter spart sich die Anschaffung eines eigenen Autos und Steuern, Versicherung oder sogar Benzin werden in der Regel durch den Arbeitgeber übernommen.

Auch wenn einige Firmen in eine zusätzliche Fahrradflotte investieren werden, mit einem großen Ansturm wird nicht zu rechnen sein.

Lesen hier das BMF Schreiben vom 23.11.2012

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