Geschenke an Geschäftspartner oder “Darfs noch etwas Grün sein?”

Geschenke an Geschäftspartner oder Kunden – als nette Geste oder kleines Dankeschön gedacht – können schnell zum Nachteil des schenkenden Unternehmens werden. Wie so oft, gibt es auch hier etwas zu beachten, bevor man den Strauß Blumen oder die Flasche Wein für den Geschäftsfreund bestellt.

Der Gesetzgeber unterscheidet hier zwischen “Geschenken an Geschäftspartner bis 35 Euro” und “…über 35 Euro”.

Liegt der Wert des Geschenkes bei max. 35 Euro netto pro Geschäftspartner und Geschäftsjahr, wird das Geschenk steuerlich anders behandelt als bei einem Wert über 35 Euro.

Geschenke bis zum Anschaffungswert von 35 Euro netto kann Ihr Unternehmen als Betriebsausgaben behandeln und abziehen sowie den Vorsteuerabzug nutzen. Für Unternehmen, die keine Vorsteuer ziehen, ist ein Wert von 35 Euro brutto zugrunde zu legen.

Kaufen Sie also einen Blumenstrauß für einen Kunden als Dankeschön, kann die Frage der Floristin “Darfs noch ein bisschen Grün zum Auffüllen sein?” schon den Ausschlag geben, ob Ihr Unternehmen diesen Strauß Blumen als Geschenk bis oder über 35 Euro behandeln und erfassen muss. Bei einem Preis von mehr als 35 Euro gilt der Strauß nicht mehr als Betriebsausgabe und ein Vorsteuerabzug ist nicht mehr möglich.

Diese Regelung gilt übrigens auch bei mehreren Geschenken im Laufe des Geschäftsjahres.

War Ihr Geschäftsfreund oder Kunde von dem geschenkten Wein so angetan, dass Sie ihm weitere Flaschen des edlen Tropfens zukommen ließen, so werden diese am Ende des Geschäftsjahres summiert. Um die Anschaffungskosten im Unternehmen als Betriebsausgaben zu behandeln und von der Vorsteuer abziehen zu können, darf der summierte Wert pro Person maximal 35 Euro ergeben.

Wichtig für die Nachweisbarkeit der Geschenke ist daher die sorgfältige Dokumentation und Auswertung der beschenkten Personen und Kosten der Geschenke innerhalb eines Geschäftsjahres. Idealerweise bietet Ihre Software zur Erfassung von solchen Kosten bereits eine Möglichkeit und Auswertung an.

In der Buchhaltung müssen die Geschenke bis und über 35 Euro zudem auf getrennten Konten erfasst werden.

Aber auch der Beschenkte müsste sein erhaltenes Geschenk eigentlich als Betriebseinnahme ansetzen und damit versteuern. Um dies zu vermeiden -denn wer möchte schon dem Beschenkten einen steuerlichen Nachteil aufdrücken- wird meist die Möglichkeit genutzt, dass das schenkende Unternehmen eine pauschale Besteuerung von 30% zzgl. Soli und Kirchensteuer übernimmt. Diese lässt sich als Betriebsausgaben abziehen.

Wie fast immer gibt es auch hier Ausnahmen:

Schenken Sie nämlich dem Geschäftspartner ein Geschenk, das dieser ausschließlich betrieblich für seinen ausgeübten Beruf nutzen kann, so dürfen Sie auch bei Geschenken über 35 Euro die Anschaffungskosten als Betriebsausgaben ab sowie die Vorsteuer ziehen (Richtlinie 4.10. Abs. 3 Satz 4 Einkommensteuerrichtlinien).

Dies wäre z.B. der Fall wenn Sie einem Steuerberater das neue Lexikon für das Lohnbüro schenken würden.

Geschenke unter 10 Euro, sog. Streuartikel (z.B. Kugelschreiber) sind von dieser pauschalen Besteuerung ausgenommen und können mit den Anschaffungskosten ebenfalls als Betriebsausgaben abgezogen werden.