Unternehmen und Geschäftsreisende atmen auf: Vorläufige Einigung zur Abschaffung der A1 Bescheinigung

Folgt nun doch die Abschaffung der A1-Pflicht? Ein Vorschlag der Europäischen Kommission verspricht ein ersehntes Ende im bürokratischen Entsendeirrsinn.

Die Pressemitteilung der Vertretung der Europäischen Kommission vom 20.03.2019 lässt viele Unternehmen und Geschäftsreisende aufatmen. Mit der Einigung zwischen Europäischer Kommission, Parlament und Rat zur Erneuerung und Modernisierung der bestehenden Regeln zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit für entsandte Arbeitskräfte soll die Durchsetzbarkeit dieser Regeln und die Zusammenarbeit zwischen den nationalen Behörden vereinfacht werden. Hierzu zählt auch die Abschaffung der A1 für Dienstreisen ins EU-Ausland. Die Zustimmung durch EU Parlament und EU Rat ist jedoch noch offen – die A1 ist bis zur förmlichen Einigung vorerst weiter einzusetzen.

Dienstreisen in EU bisher nicht ohne A1

Bisher gilt: Eine A1-Bescheinigung ist notwendig für alle Arbeitnehmer, die eine vorübergehende Tätigkeit im europäischen Ausland ausüben. Sie ist als Nachweis des Sozialversicherungsträgers erforderlich (Newsbeitrag März 2019). Dem Dienstreisenden wird bescheinigt, welches Sozialsystem für ihn zuständig ist, um zu vermeiden, dass Sozialversicherungsbeiträge in zwei EU-Staaten doppelt erhoben werden.

Bürokratischer Aufwand für Personaler – Abschaffung der A1 entlastet

Jeder dienstliche Grenzübertritt stellt eine Entsendung im Sinne des EU-Rechts dar. Daher ist die Beantragung der A1 Bescheinigung auch bei kurzfristigen und stundenweisen Dienstreisen notwendig. Seit 2019 gilt das elektronische Antrags- und Bescheinigungsverfahren. Es erlaubt die A1 nach Art. 12 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 online zu beantragen – jedoch gibt es dieses nur zeitgleich und nur für ein Land. Unternehmen müssen somit personell- und zeitaufwendig Entsendeformulare einzeln beantragen. Hinzu kommt die gesetzliche Regelung, dass Krankenkassen und Rentenversicherungsträger für die Übermittlung der A1 an den Arbeitgeber drei Tage Zeit haben. Das schränkt die Planbarkeit und Flexibilität auf Unternehmensseite massiv ein. Auch für den Geschäftsreisenden wird die A1-Bescheinigung zur Nervenprobe. Ob Tagung oder Kundentermin, die Bescheinigung ist stets mitzuführen. Kann ein Arbeitnehmer diese im Falle einer Kontrolle im EU Ausland nicht nachweisen, drohen hohe Bußgelder oder Zutrittsverweigerung.

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Anzeigen von 2 Kommentaren
  • Kris Salzer
    Antworten

    Hallo, in der Hotelbuchungsbestaetigung ist kein Fruehstueck vermerkt, weil ohne gebucht wurde. Die Reiserichtlinie des Arbeitgeber besagt”Bei der RKA wird die Verpflegungspauschale um 20% des fuer den Unterkunftsort massgebenden Spesensatz pro Uebernachtung gekuerzt, wenn die Hotelrechnung oder Buchungsbestaetigung keine Angaben enthaelt, ob die Uebernachtung ein Fruehstueck beinhaltet hat…. Der Arbeitgeber erwartet also vom Hotel zu bestaetigen, was NICHT geboten wird, was beim Ausstellen der Rechnungen immer wieder zu Unverstaendnis beim Checkout fuehrt.
    Gibt es eine einfache, unproblematische Loesung?

    • Ulrika Richert
      Antworten

      Hallo Kris,

      eine unproblematische Lösung wäre hier, davon auszugehen, was auf der Hotelrechnung steht.
      Wird ein Frühstück auf der Rechnung ausgewiesen, so muss eine Kürzung der erhaltenen Verpflegungspauschale vorgenommen werden.
      Steht kein Frühstück auf der Rechnung, so sollte auch nichts gekürzt werden.
      Versuchen Sie am besten, eine kompetente Person Ihres Unternehmens anzusprechen und die Reiserichtlinie in diesem Punkt anzupassen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ulrika Richert

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