Das neue Reisekostenrecht anhand von Praxisbeispielen – Teil 5

Das neue Reisekostenrecht anhand von Praxisbeispielen – Teil 5

Die Einführung der Reform des steuerlichen Reisekostenrechts ab 01.01.2014 hat zur Folge, dass der Großbuchstabe „M“ grundsätzlich im Lohnkonto und auf der Lohnsteuer-bescheinigung einzutragen ist, wenn dem Arbeitnehmer während einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder im Rahmen einer beruflichen doppelten Haushaltsführung vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten eine nach § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG mit dem Sachbezugswert zu bewertende Mahlzeit zur Verfügung gestellt wurde.

Wenn Sie nun glauben, dass dieser Buchstabe nur bei einer Mahlzeit, die mit dem Sachbezugswert bewertet wird (1,63€ bzw. 3,00€), aufgeführt werden soll, dann täuschen Sie sich. Auch herkömmliche Kürzungen der Verpflegungspauschale in Form von 20% bzw. 40% führen zu diesem Ausweis. Wozu schlussendlich die Finanzämter diesen Buchstaben benötigen, liegt noch im Halbdunkel.

Eine weitere Änderung betrifft den Ausweis der steuerfreien Verpflegungszuschüsse auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung. Bisher ist dort der steuerfreie Verpflegungszuschuss des Arbeitgebers zu bescheinigen, den der Arbeitnehmer bei beruflich veranlasster Auswärtstätigkeit unabhängig von der tatsächlichen Mahlzeitengestellung materiell-rechtlich vom Arbeitgeber beanspruchen kann.

Ab 2014 sind in der Zeile 20 die steuerfrei gezahlten Vergütungen für Verpflegung bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten zu bescheinigen.

Beispiel:
Der Arbeitnehmer ist auf einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung. Der Arbeitgeber hat für den Arbeitnehmer auf dieser Fortbildungsveranstaltung ein Mittagessen gebucht und bezahlt.
Verpflegungszuschuss bei eintägiger Auswärtstätigkeit über 8 Std: 12,00 €
Kürzung: 1x Mittagessen 9,60 €
Verbleibender in Zeile 20 zu bescheinigender Betrag: 2,40 €

Ist Ihr Unternehmen heute von dem Ausweis der steuerfreien Verpflegungszuschüsse auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung befreit, so brauchen Sie den Großbuchstaben M ebenso nicht ausweisen. Ab 2016 kann sich nach jetziger Rechtslage dann aber kein Unternehmen mehr von diesem Ausweis befreien lassen. Gut, dass es Reisekostensoftware gibt, die diese Regelungen schon automatisch abbildet und in Form von Berichten und Auswertungen ausgibt.