Arbeit mit Vergnügen verbinden – Fahrtkosten bei gemischt veranlassten Reisen

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Fahrtkosten bei gemischt veranlassten ReisenIhr Chef schickt Sie für drei Tage nach Paris, um ihn dort bei einer wichtigen Tagung zu vertreten. Prima! Denn Paris hat einiges zu bieten und steht schon seit geraumer Zeit als Reiseziel auf Ihrer persönlichen Agenda. Sie entschließen sich kurzerhand diese Gelegenheit zu nutzen. Wenn Sie schon mal da sind, bietet es sich geradezu an, nach Ihrem letzten Geschäftstermin am Freitagnachmittag noch das komplette Wochenende in der Stadt der Liebe zu verweilen.

Es spricht ja nichts dagegen, die Arbeit mit dem Vergnügen zu verbinden – oder etwa doch? Übernimmt mein Arbeitgeber bei der Kombination einer Geschäftsreise mit einer privaten Reise die Kosten für die An- und Abreise? Oder hat mein Wochenendtrip etwa steuerrechtliche Konsequenzen?

Ob sich durch die Kombination mit einem privaten Aufenthalt finanzielle Nachteile für Sie ergeben, hängt davon ab, ob Sie die Dienstreise auf Anordnung Ihres Arbeitgebers antreten und dieser die Reisekosten trägt oder ob die Kosten von Ihnen selbst getragen werden und die Reise außerhalb Ihrer regulären Arbeitszeit stattfindet.

Ordnet der Arbeitgeber die auswärtige Tätigkeit an, darf dieser dem Arbeitnehmer die angefallenen Fahrt- oder Flugkosten komplett lohnsteuerfrei erstatten – egal ob es sich um eine rein dienstliche Reise handelt, oder ob ein privater Aufenthalt der Dienstreise vorangeht oder folgt. Auch die Dauer des beruflichen, beziehungsweise privaten Aufenthalts spielt dabei laut BFH-Beschluss vom 21.09.2009 keine entscheidende Rolle.

Findet eine Reise, zum Beispiel zum Zwecke einer Weiterbildung, außerhalb der regulären Arbeitszeit statt und trägt der Arbeitnehmer die entstandenen Reisekosten dafür selbst, kann er seine Fahrtkosten als Werbungskosten geltend machen. Jedoch aufgepasst! Kombiniert er solch eine Reise mit einem privaten Aufenthalt, muss er die entstandenen Fahrt- oder Flugkosten prozentual nach dem Verhältnis der Zeit aufteilen, die für den betrieblichen sowie den privaten Teil der Reise angefallen ist.

Fazit:
Wird die Reise auf Weisung Ihres Arbeitgebers angetreten und übernimmt dieser auch die Reisekosten, bringt die Kombination mit einem privaten Aufenthalt keinen finanziellen Nachteil für Sie als reisender Arbeitnehmer.

Sie können also getrost ein verlängertes Wochenende mit Café, Baguette und einer Sightseeing-Tour in Paris einplanen.

Ihr Arbeitgeber kann Ihnen die Fahrtkosten für die Hin- und Rückfahrt zu 100% lohnsteuerfrei erstatten, seine Aufwendungen als Betriebsausgaben abziehen und Sie brauchen keinen geldwerten Vorteil zu versteuern. Sprechen Sie jedoch zuvor mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre Pläne, um Ungereimtheiten und Missverständnisse zu vermeiden.