Übernachtungs- und Verpflegungspauschalen im Ausland ab 2015

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Verpflegungspauschalen 2014Kurz vor Weihnachten hat das Bundesfinanzministerium im BMF Schreiben vom 19.12.2014 die neuen Sätze für Verpflegungs- und Übernachtungspauschalen für das kommende Jahr 2015 bekannt gegeben.

Dabei werden für über 40 Länder/Städte neue Pauschalen bestimmt. So gibt es in Russland, Indonesien oder in den Niederlanden ab 2015 weniger Verpflegungspauschalen. Dafür wurden die Verpflegungspauschalen für Länder wie Österreich, Portugal oder in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhöht. Die Gästewohnung der Deutschen Botschaft hat Ihren Sonderstatus nun auch verloren, so dass es dafür keinen eigenen Satz mehr gibt.

Auch für Reisen ins Ausland gelten wie schon in den Beiträgen zum neuen Reisekostenrecht 2014 geschrieben die neuen Regelungen für Reisen mit und ohne Übernachtung. Im konkreten Fall bedeutet dies, dass auch im Ausland nur zwei Intervalle gelten: Das Intervall für den An- und Abreisetag sowie bei einer Abwesenheitsdauer von mehr als 8 Stunden je Kalendertag und das Intervall bei einer Abwesenheitsdauer von mindestens 24 Stunden je Kalendertag. Die Verpflegungspauschale für den An- und Abreisetag ist nur dann steuerfrei zu erstatten, wenn eine Übernachtung nach bzw. vor dem An- und Abreisetag stattfindet.

Ebenso unverändert bleiben die Regelungen, für welchen Ort die Verpflegungspauschale in der Reisekostenabrechnung angesetzt werden kann: Bei Reisen vom Inland in das Ausland bestimmt sich der Pauschbetrag nach dem Ort, den der Steuerpflichtige vor 24 Uhr Ortszeit erreicht hat. Für eintägige Reisen in das Ausland und für Rückreisetage aus dem Ausland in das Inland ist der Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsortes im Ausland maßgebend. Für Länder, die nicht im BMF Schreiben genannt sind, ist weiterhin der Satz von Luxemburg zu nehmen. Für nicht erfasste Übersee- und Außengebiete eines Landes die für das Mutterland geltende Pauschale.

Auf der Seite des Bundesfinanzministerium finden Sie das BMF-Schreiben zum Download.

21 Gedanken zu “Übernachtungs- und Verpflegungspauschalen im Ausland ab 2015

  1. Hallo zusammen,

    ich bin Angestellter und mein Arbeitgeber zahlt generell die steuerfreien maximalen Übernachtungspauschalen für jedes Land. Ich befinde mich seit 01.10.2016 auf Dienstreise in der Slowakei, nun wurde am 05.10.2016 ein Rundschreiben versendet, dass rückwirkend zum 01.10.2016 die Übernachtungspauschale in der Slowakei von ursprünglich 130,-€ auf 85,-€ pro Übernachtung gekürzt wird. Ist das rechtlich so durchsetzbar? Oder steht mir zumindest für die Tage bis zur Bekanntmachung noch der alte Satz zu? Sonst hätte mich mein Arbeitgeber meines Erachtens getäuscht was die Entsendungsbedingungen betrifft

    vielen Dank für Ihre Unterstützung

    Florian H.

  2. Hallo Zusammen,

    Folgende Frage: ein MA fährt Montag morgen in die Schweiz, gegen 18:00 Uhr abends in ein Hotel zum Übernachten in Deutschland (da grenznah) und am nächsten morgen wieder in die Schweiz zum Arbeiten. Abends ist er wieder zuhause in Deutschland. Welcher Pauschbeträge stehen ihm zu?

    Grüße

    • Hallo,

      an beiden Tagen erhält Ihr Mitarbeiter die schweizer Verpflegungspauschale.
      Am Montag (Anreise + Tätigkeit in der Schweiz) und am Dienstag (Abreise + letzter Tätigkeitsort Schweiz)

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  3. Hallo,

    im BMF-Schreiben vom 19.05.2015 heisst es: “Wird dem Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten bei einer Auswärtstätigkeit unentgeltlich eine oder mehrere Mahlzeiten……”.
    Wie ist dieses zu interpretieren? Muss die Pauschale auch gekürzt werden, wenn eine unternehmensfremde Person, die mit dem Reiseanlass nicht in Verbindung steht, mich einlädt?

    Vielen Dank!

    • Hallo Katrin,

      ein Beispiel für die Veranlassung durch den Arbeitgeber wäre Ihre Teilnahme an einer Fortbildung/Schulung, die Ihnen Ihr Arbeitgeber bezahlt.
      Die Verpflegung ist in der Schulungsrechnung integriert, nicht extra ausgewiesen, Ihre Pauschale würde von Ihrem Arbeitgeber um die eingenommen Mahlzeiten gekürzt werden.

      Werden Sie von einem Kunden zum Essen eingeladen, hängt die Einladung zwar mit dem Reiseanlass zusammen, Sie müssen Ihre Pauschale aber trotzdem nicht kürzen, weil Ihr Arbeitgeber die Rechnung für das Essen nicht bezahlt.
      Und wenn Sie sich abends mit Freunden zum Essen treffen und eingeladen werden, dann muss Ihre Pauschale auch nicht gekürzt werden 🙂

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  4. Muss die Differenz zwischen bezahlter Pauschale und schreiben BMF in der Einkommenssteuererklärung belegt werden?
    Gruss Rainer

    • Hallo Rainer,

      ja, die Differenz muss belegt werden.
      Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach einer Bescheinigung über die steuerfreien Verpflegungsmehraufwendungen, die können Sie dann dem Finanzamt zu Verfügung stellen, ansonsten müssen Sie Ihre Reisekosten/Verpflegungspauschalen manuell ausweisen, das ist natürlich ziemlich mühsam.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  5. Hallo zusammen,
    unsere Firma hat zum 01.07.15 eine neue Reisekostenrichtlinie veröffentlicht wo jetzt auch die Auslösung und Übernachtungspauschalen für das Jahr 2015 angepasst wurden. Das HR möchte die Verpflegungsmehraufwendung und Übernachtungspauschalen nicht rückwirkend erstatten. Da das ja eine freiwillige Leistung ist.
    Ist das so korrekt?

    Grüße Lara

    • Hallo Lara,

      haben Sie denn bis zum 1.7.15 Pauschalen erhalten?

      Die Verpflegungs-, Übernachtungs- und KM-Pauschalen können von den Unternehmen bis zu einem gewissen Betrag steuerfrei gezahlt werden. Allerdings kann jedes Unternehmen festlegen, wie hoch diese Pauschalen sein sollen oder ob es für gewisse Fälle keine Pauschalen geben soll.

      Insofern muss ein Unternehmen keine Pauschalen bezahlen. Galten aber bis zum 1.7.15 andere Regelungen, die sicherlich auch schriftliche festgehalten waren, sollte Ihr Unternehmen diese Pauschalen für Reisen bis zu diesem Zeitpunkt meiner Meinung auch bezahlen.

      Viele Grüße
      Hasan Yilmaz

      Insofern

  6. Hallo,
    ich arbeite im Außendienst in Moskau.
    Der Satz für Moskau ist runter von 48Euro auf nun 30Euro. Das hängt wahrscheinlich mit den Kursschwankungen Ende Dezember 2014 zusammen. Nun hat sich aber das ganze stabilisiert, der Kurz ist wieder runter (fast auf November Niveau 2014), die Preise sind aber alle rauf. Nun stehe ich mit 30 Euro Verpflegungssatz in Moskau da!! Wer schon mal in Moskau war, kann bezeugen, dass man mit 30Euro in Moskau nicht weit kommt. Im Normal fall muss man mit 1000-1500 Rubel für eine normale Mahlzeit rechnen, somit in Summe 3900 Rubel (ca.) bei einem Kurz von 62 sind es 62 Euro!! Da reichen die 30 Euro nicht aus. Ich wohne in einer Wohnung und bekomme da auch kein Frühstück.
    Was kann ich dem Arbeitgeber in so einer Situation vorschlagen?
    Muss er sich an die Richtlinien halten oder nicht?
    Andere Möglichkeiten?

    • Hallo Michael,

      Ihr Arbeitgeber muss sich nicht an die Sätze halten. Es steht ihm frei, Ihnen auch höhere Verpflegungspauschalen zu gewähren. In diesem Fall müssen die höheren Werte jedoch durch Sie pauschal mit 25% bzw. mit ihrem persönlichen Steuersatz voll lohnversteuert werden.

      Viele Grüße,
      Hasan Yilmaz

    • Hallo Jens,

      das kommt auf die Dauer des Fluges an.
      Wenn Sie heute in Deutschland losfliegen und vor 24.00 Uhr im Ausland ankommen, dann setzen Sie die Verpflegungspauschale des Auslands an.
      Wenn Sie heute in Deutschland losfliegen und morgen, vor 24.00 Uhr im Ausland ankommen, dann setzen Sie heute die Verpflegungspauschale von Deutschland und morgen die Verpflegungspauschale des Auslands an.
      Und wenn Sie heute in Deutschland losfliegen und übermorgen das Ausland erreichen, dann setzen Sie heute die Verpflegungspauschale von Deutschland, morgen von Österreich und übermorgen die Verpflegungspauschale des Auslands an.

      Viele Grüße
      Cornelia Meier

  7. Ich bin angestellter und mein Vorgesetzter zieht eine Tabelle des BMI heran, bei der die Pauschalen geringer ausfallen, als die in der Tabelle des BMF (selbes Gültigkeitsdatum). Er wähnt sich mit der BMI Tabele im Recht im Rahmen des Bundesreisekostengesetzes. Ich erhalte ca. 5€ weniger pro Tag. Wer ist im Recht, welche Tabelle gilt? Vorab vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Hallo Uli,

      wenn Sie Angestellter im öffentlich Dienst sind, gilt meines Wissens nach das Bundesreisekostengesetz. In allen anderen Fällen die Sätze im BMF Schreiben.

      Grundsätzlich ist es allerdings so, dass Ihnen Ihr Arbeitgeber jede Pauschale bezahlen darf, die er will – also auch weniger oder gar keine Pauschale.

      Sollten Sie Angestellter in der freien Wirtschaft sein und Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen weniger Pauschalen als im BMF Schreiben festgelegt, dann können Sie den entgangenen Betrag als Werbungskosten in Ihrer Einkommenssteuererklärung geltend machen.

      Viele Grüße
      Hasan Yilmaz

  8. Hallo Zusammen,

    wie ist die regionale Abgrenzung bei den Übernachtungspauschalen. Z.B.Großbritannien – London oder Spanien -Madrid? Wo beginnen oder enden die Städte

    Danke

    • Hallo Andreas,

      Die Übernachtung muss in dieser Stadt stattgefunden haben, nicht irgendwo vor der Stadt oder im Umkreis der Stadt. Grundsätzlich sind diverse geographische Kenntnisse notwendig und Sie schauen einmal, was Wikipedia dazu sagt 🙂

      Beispielsweise umfasst die Ortsangabe London die Verwaltungseinheit „Greater London“, zu der als Stadtteil auch die City of London gehört. Die Ortsangabe London umfasst also nicht nur die City, sondern ein Gebiet von 50 x 50 km. Zu der Verwaltungseinheit London gehört z.B. auch der Hounslow Borough und dazu gehört der Ort Sunbury. Dort können also die Pauschalen von London gezahlt werden, was nicht ohne weiteres erkennbar sein wird (www.wikipedia.de lässt grüßen).

      Quelle: Handbuch Reisekostenrecht 2014, Prof. Dr. Michael Popp

      Viele Grüße,
      Hasan Yilmaz

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