Mahlzeitenkürzung im Flugzeug – Eine Frage der Interpretation

Foto: © Timo Klostermeier / pixelio.de
Mit der Verpflegung auf Auslandsflügen ist das so eine Sache. Je nach Flugdauer und Airline kann die Art der dargebotenen Speisen stark variieren. Und je nachdem, WAS ein Mitarbeiter auf Geschäftsreise WANN über den Wolken verspeist, hat dies unterschiedliche Auswirkungen auf die Kürzung der Verpflegungspauschale.

Beispiel: Ein Mitarbeiter erhält auf seinem Flug von München nach Sevilla an Bord wahlweise ein Stück Kuchen oder eine Butterbrezel zu seinem Nachmittagskaffee gereicht. Während seines Rückflugs zwei Tage später stehen zur Mittagszeit belegte Sandwiches auf dem Speiseplan.

Ob bei gestellten Nahrungsmitteln wie belegten Broten, Laugengebäck oder Kuchen gekürzt werden muss oder nicht hängt mitunter davon ab, ob diese während des Fluges als “Mahlzeit” serviert werden. Laut Gesetzgeber führt nämlich nur der Erhalt von solchen Lebensmitteln zur Kürzung, die “der Ernährung dienen” und als “Mahlzeit” im Sinne eines Frühstücks, Mittag- oder Abendessens angeboten und eingenommen werden. Bei erhaltenen “Snacks” muss nicht gekürzt werden (BMF Schreiben vom 20. April 2015).

BMF-konform muss in unserem Beispiel daher für den Hinflug keine Kürzung der Verpflegungspauschale vorgenommen werden, da es sich bei Kaffee und Kuchen per definitionem nicht um eine Mahlzeit handelt. Das Sandwich auf dem Rückflug kann hingegen als Mittagessen angesehen werden, was zur 40% Kürzung des Pauschbetrags führt.

Festzuhalten bleibt, dass es wohl im Auge des Betrachters liegt, ob es sich bei einer belegten Weißbrotscheibe um eine Mahlzeit handelt oder nicht. Ähnlich sieht das auch der Gesetzgeber und schreibt diesbezüglich:

“In der Praxis obliegt es vorrangig dem jeweiligen Arbeitgeber, zu beurteilen, inwieweit die von ihm angebotenen Speisen unter Berücksichtigung z. B. ihres jeweiligen Umfangs, des entsprechenden Anlasses oder der Tageszeit tatsächlich an die Stelle einer der genannten Mahlzeiten treten” (BMF Schreiben vom 20. April 2015, S.3).

 

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